05.10.2018 Beverstedt/Garlstedt/Gnarrenburg

Isegrim auf den Pfaden seiner Ahnen Die Geschichte eines Wolfsrudels erzählt von Hermann Kück

Beverstedt. In den guten alten Volksmärchen kommt der Wolf mehr als schlecht weg. Er verschlingt Großmütter, Kinder und Geißlein in einem Stück, er lügt und betrügt und verbreitet Angst und Schrecken.

Seit die echten Wölfe nach der Grenzöffnung in den 90er Jahren nach Deutschland zurückgekehrt sind, herrscht in der Bevölkerung große Unsicherheit. Als leidenschaftlicher Jäger und Heger und als langjähriger Wolfsberater im Cuxland, aber auch als engagierter Praktiker in Sachen Naturschutz, ist dem Beverstedter Hermann Kück die Nähe zur Natur, deren Erhalt und Pflege ein besonderes Anliegen.

Der heute 70-Jährige leitet einen Naturfreundeskreis, schreibt Kinderbücher und geht in Schulen sowie Kindergärten um Aufklärungsarbeit zu leisten. In seinem jüngsten Buch, „Dunkle Wolken überm Wolfsparadies“ erzählt er die wahre Geschichte des ersten Wolfsrudels aus dem Cuxland aus Sicht der Tiere, aber auch mit allen Facetten, wie den Sorgen der Nutztierhalter, Jäger und der Bevölkerung mit Mythen, Fakten und Bildern.

Sein Ziel ist es, damit zur Versachlichung in der Diskussion überdie Rückkehr dieser intelligenten, respektablen Beutegreifer beizutragen. Die Geschichten sollen zum Nachdenken und auch zu Gesprächen zwischen Pädagogen, Eltern, Großeltern und Kindern anregen und dabei Auge und Ohr des Lesers für Verständnis auf diese Wildtierart sorgen.

Seit fünf Jahren begleitet Kück ein aus Sachsen und Munster kommendes Wolfspaar, das zwischen Lamstedt und Cuxhaven ein Wolfsrudel gründete. Wildbildkameras zeigen auf, dass von dem Rudel nur eins überlebt hat. „Ein weiteres Wolfsrudel hat sich im Gnarrenburger Huvenhoopsmoor und in der Garlstedter Heide gebildet“, weiß der Wolfsexperte zu berichten. Ihre Hauptnahrungsquelle sind Reh und Damwild sowie die Frischlinge der Wildschweine. Dieses Beuteschema erlernen die Wolfswelpen von ihren Eltern.

Und Beute gibt es in den wildreichen geschützten Wäldern und Mooren zwischen Weser und Elbe reichlich. Das Familienleben des Rudels wird von den Wolfsberatern aufmerksam beobachtet. „Als die Wölfin im Cuxland erschossen wurde und der Rüde Opfer des Straßenverkehrs wurde, waren die vier Jungen mit einem Mal elternlos und auf sich alleine gestellt. Eine Katastrophe. Hattensie doch von ihren Eltern noch nicht gelernt, das Wild in der freien Natur zu erlegen. Um zu überleben, fanden sie bei den Schafen, aber auch bei Kälbern und später auch bei Kühen auf der Weide leichte Beute.“

EinTeufelskreis, der für Unmut und Unruhe in der Bevölkerung sorgt. In seinem jüngsten Buch gibt Hermann Kück den Wölfen einen Namen und lässt sie von ihren glücklichen Jahren, traurigen Ereignissen und dem bitteren Ende eines Wolfsrudels berichten.

Gleichzeitig zeigt er mit authentischen Fakten die Konflikte zwischen Mensch und Wolf in einer sich verändernden Kulturlandschaft mit all seinen Facetten auf. Hermann Kück erhielt bereitsviele Auszeichnungen für sein großes Engagement für die heimische Tierwelt und ist dabei immer wieder von neuen Gedanken und Taten erfüllt, denn sein Tenor lautet: Naturschutz geht uns alle an. „Ich würde mir mehr Gelassenheit, Aufklärung, der Unterstützung für die Nutztierhalter und eine Versachlichung des Themas wünschen“, erklärt Kück mit Blick auf die Wölfe. Dazu soll dieses Werk beitragen.

Der Buchpreis mit Zeichnungen von Heinz Glaasker verkauft er zum Selbstkostenpreisvon 6,95 Euro. Erhältlichist es in der Deelbrüggerstraße 60 in Beverstedt/Lunestedt. Telefon 04748/1056, Mobil 0171601 1429 oder E-Mail hk.for.nature@web.de. Soll das Exemplar versendet werden, beläuft sichder Betrag auf zehn Euro.