27.07.2018 Hollenseth Von: Ute Mahler-Leddin
Gesche und Peter Scheer begehen Diamantene Hochzeit

Wunderschöne Erinnerungen

Gesche und Peter Scheer aus Hollen habe heute das seltene Glück, bei guter Gesundheit das Fest der Diamantenen Hochzeit zu feiern.

Gesche Scheer, geborene Steffens, wurde 1935 in Hollen geboren und wuchs behütet auf dem landwirtschaftlichen Hof ihrer Eltern auf. Nach der Schule arbeitete sie erst im Haushalt in Bederkesa, später dann im Tagelohn in einer Wurstfabrik und auf dem elterlichen Betrieb. Gesche ist seit nunmehr 50 Jahren aktiv im örtlichen DRK und Schützenverein und geht mit Freude zu Lottoabenden.

Peter Scheer wurde 1935 in Berlin geboren. Seine Kindheit verbrachte er teilweise in Dresden und später auch in der Kinderlandverschickung, bevor die ganze Familie im Jahr 1946 nach Ringstedt zog. Peter Scheer lernte auf einem landwirtschaftlichen Betrieb und arbeitete später 17 Jahre bei Siemer & Müller und 20 Jahre bei Hans Strube im Gleisbau. Seit 1996 hat der rüstige Rentner nun Zeit für seine Hobbys Kartenspielen, Gartenarbeit und Schützenverein. In dem örtlichen Verein errang er fünfmal die Königswürde, aber auch im befreundeten Schützenverein Bornberg konnte er sich feiern lassen. Gesche und Peter Scheer hatten in den letzten vier Jahrzehnten viel Freude mit ihrem Kegelverein und genießen immer noch die regelmäßigen Treffen abseits der Kegelbahn.

Der Grundstein für eine glückliche, 60 Jahre andauernde Beziehung wurde beim Tanztee in Bederkesa gelegt. Ein kurzes Kennenlernen, ein paar Tänze und für beide war es Liebe auf den ersten Blick. 1957 zog Peter dann nach Hollen, wo er zuerst bei verschiedenen Landwirten gearbeitet hat, bevor es in den Gleisbau ging. Am 29. Juli 1958 wurden dann die Trauung und anschließend die zünftige Hochzeit bei Gilbert Klein auf dem Saal gefeiert, nachdem der „Inbitter" Willi Siems im Auftrage der Eltern die Gäste eingeladen hatte.

In der Zeit gab es in Hollen noch den Brauch, dass die Gaben für das Brautpaar beim Gratulieren einfach so ohne Umschlag übergeben wurden und der Bräutigam das Geld erstmal in die Hosentasche steckte. Wer damals wieviel als Gabe überreichte, konnte hinterher nicht mehr nachvollzogen werden. Traditionell gab es beim Gratulieren auch erstmal eine Zigarre und einen Schnaps. Damals war es auch noch üblich, dass die Musiker, die Suppenköche, Tellerwäscher und manchmal sogar der Pastor, mit einem Teller herumgingen um ihren Lohn für den Abend bei den Gästen einzufordern. Für die Hochzeitsgäste hieß es also, genug Kleingeld in der Tasche zu haben. 

1960 kam Tochter Anke zur Welt und machte das Familienglück perfekt. Das zweite Kind, Heiner, wurde 1966 mit gesundheitlichen Problemen geboren und lebte leider nur wenige Tage.

Tochter Anke ist heute mit ihrem Mann Jürgen glücklich in Weyhe bei Bremen verheiratet, die Enkelkinder Christan und Julia sind häufig Gast bei ihren Großeltern in Hollen.

Peter und Gesche genießen ihr Rentnerleben bei guter Gesundheit, erfreuen sich an der gut funktionierenden Nachbarschaft und denken gerne an die erlebten Schützenfeste, die Königswürden und auch den gemeinsamen Urlaub – eine Donaukreuzfahrt mit Anke und Jürgen vor einigen Jahren - zurück.