07.11.2017 Basdahl Von: Ute Mahler-Leddin
Plattdeutsches Jugendtourneetheater seit zwei Jahrzehnten auf Tour

20 Jahre Wellenbreker

Aus dem Jahresplaner vieler Heimathäuser im Elbe-Weser-Dreieck sind die Aufführungen der „Wellenbreker“ gar nicht mehr wegzudenken.

Mit einer Idee des Lehrers Hans-Hinrich Kahrs fing es vor 20 Jahren ganz klein an – zwei Probewochenenden, eine Aufführung - nun sind es vier Probewochenenden und gut zehn Aufführungen. Kahrs wünschte sich, dass die 12- bis 19-jährigen Schüler aus verschiedenen Orten unter professioneller Anleitung Theaterrelevantes lernen und dieses auf die Bühne bringen, sagte Dr. Hans-Eckhard Dannenberg in seiner Festrede. Bereits im ersten Jahr war die aktuelle Leiterin, Theaterpädagogin Nina K. Englisch-Peterschewski als Assistentin dabei, und die jetzige Assistentin Catharina Thomas als Teilnehmerin.

Zur Feierstunde hatte sich auch Gudrun Oeltjen-Hinrichs eingefunden, die die Wellenbreker von 2000 bis 2011 leitete. Ein Mann der ersten Stunde ist auch Bodo Schirmer. Der Bremer Autor hatte zusammen mit Hans-Hinrich Kahrs die ersten Stücke geschrieben und ist seit 2004 alleinverantwortlich für die Umsetzung der Interessen und Ideen der Nachwuchsschauspieler. Mit viel Witz, auch mal kritisch oder turbulent, aber immer mit Niveau erschuf Schirmer zwei Jahrzehnte Zeitgeschichte. 20 Jahre Wellenbreker bedeutet 150 Mitwirkende vor den Kulissen, unzählige hinter den Kulissen und viel harte Arbeit für alle Beteiligten.

Eine besondere Ehre wurde den Wellenbreker durch die Verleihung des „Oste Oscars" – dem Goldenen Hecht, der Osteland AG im Frühjahr des Jahres zuteil, freute sich Dr. Dannenberg. Der Mann, der sonst wenig sagt sondern mehr schreibt, Bodo Schirmer, nutzte die Feierstunde, um seine Freude ebenfalls zum Ausdruck zu bringen. In den vergangenen 20 Jahren hat Schirmer viele Nachwuchsschauspieler heranwachsen sehen. Mindestens zweimal im Jahr sei er bei den Aufführungen dabei – bei der Premiere und in Lüdingworth – und immer sei er besonders stolz gewesen, ein Teil des Projektes zu sein. Schmunzelnd verriet der Autor, das er jedes Mal besonders nervös sei, nicht dass die Schauspieler patzen könnten, sondern ob sein Stück auch wirklich gut geschrieben sei. Hans-Hinrich Kahrs dankte den Eltern für die langjährige Unterstützung bei dem Projekt, denn wenn ein Kind vom „Wellenbreker-Virus" befallen ist, dann ist der Sommer komplett verplant. Und dieser Virus hält meist mehrere Jahre an, denn wer einmal infiziert ist, kommt immer wieder. Das zeigte auch die große Anzahl an Ehemaligen, die an zahlreichen Veranstaltungen aber auch an der Jubiläumsfeier teilnahmen.

Nun haben die 14 Wellenbreker ihre letzte Aufführung mit Bravour absolviert und fiebern dem nächsten Aufruf des Landschaftsverbandes Stade entgegen, wenn es wieder heißt „Die neuen Workshop-Termine werden bekannt gegeben."

Wer bei den Wellenbrekern mitmachen möchte, kann sich auf der Homepage www.landschaftsverband-stade.de im Frühjahr 2018 über die kommende Saison informieren.