21.07.2017 Frelsdorf Von: Käte Heins
Weidetierhalter rufen mit Mahnfeuern zur Vergrämung des Wolfes auf

Mahnfeuer gegen Wölfe

Nicht nur Weidetierhalter, sondern auch Bürger haben ein großes Interesse daran, wenn es um den Wolf in unserer Region geht.

Als Vertreter des Niedersächischen Landvolkverbandes begrüßte Hartmut Bock aus Heerstedt unter anderem Gäste aus Politik, Jägerschaft sowie Weidetierhalter zur Aktion ,,Mahnfeuer". Der Wolf breitet sich ungehindert aus. Die Problematik hat sich nicht abgeschwächt.

,,Der Wolf passt hier nicht her. Man riskiert, dass die Weidetierhaltung zurück geht. Der Anteil der Risse steigt, und damit die Probleme" betonte Bock in seiner Begrüßungsrede.

Die Landwirte Claus von der Lieth und Manfred Brümmer aus Ringstedt konnten dem nur beipflichten. Sie haben in den letzten Tagen und Monaten immer wieder Bekanntschaft mit dem Wolf gemacht. ,,Wir können unser Jungvieh nicht mehr draußen lassen, weil wir fürchten, dass es zu Übergriffen durch den Wolf kommt" erzählte von der Lieth. Pferdehalter Manfred Brömmer fährt mehrmals am Tag zur Koppel, um nach dem Rechten zu sehen. Er weiß, wovon er redet, denn die letzte Begegnung mit einem Wolf hatte Manfred Brömmer erst vor wenigen Stunden.

Der Wollingster Landwirt, Ortsvorsteher und CDU-Politiker Bernd Beckmann stellte den Sieben-Punkte-Plan der CDU-Landtagsfraktion zum Wolfs-Magnement vor. Die Forderung und Anregung der Landesjägerschaft und der CDU-Landtagsfraktion soll als Entschließungsantrag dem Niedersächsischen Landtag vorgelegt werden.

,,Was dann daraus gemacht wird, muss abgewartet werden", sagte Beckmann. Ein wichtiger Punkt in dieser Forderung ist, dass die die Beweislastumkehr erreicht wird. Horst Gischewski aus Beverstedt ist ziemlich sauer. Er hält an diesem Abend ein Schreiben in den Händen und reicht es in die Runde. Es wurde zwar der Beweis erbracht, dass es sich bei seinen verletzten und toten Schafen um eine Wolfsattacke handelte, aber mit einer Entschädigung kann Gischewski nicht rechnen, da der Zaun nicht den Vorschriften entsprach.

Der Vorsitzender der Jägerschaft Wesermünde, Lüder Steinberg, geht davon aus, dass es zur Zeit im Landkreis acht bestätigte Wölfe gibt. ,,Eine Regulierung ist in der Zukunft unumgänglich", forderte Steinberg.

Allerdigs wurde bei einigen Wölfen schon Anzeichen von Reude entdeckt. ,, Man mag gar nicht daran denken, wenn es in unserer Region wieder zum Ausbruch von Tollwut käme", kommentierte Steinberg.

Wenn beim Wolfsberater Hermann Kück in Lunestedt das Telefon klingelt, dann melden sich in den meisten Fällen Nutztierhalter bei ihm, die einen Schaden zu beklagen haben. ,,Damit ein vernünftiges Wolfskonzept für die Zukunft erstellt werden kann bin ich sehr darauf angewiesen, dass sich auch die Mitbürger bei mir melden, die eine Begegnung oder Sichtung mit dem Wolf erlebt haben", betonte Kück.

Jede Meldung wird dokumentiert und weitergeleitet. Nur so bekomme man hier in der Region einen Überblick, wann sich wo welcher Wolf aufgehalten habe. ,,Es nutzt mir gar nichts, wenn ich durch Umwege erfahre, dass in Frelsdorf am helllichten Tag ein Wolf auf der Straße läuft", machte Kück klar.

Er braucht Daten und Fakten.

Da in der Bevölkerung oft Stimmung gegen Menschen gemacht wird, die mit ihren Erlebnissen an die Öffentlichkeit gehen, kann Hermann Kück durchaus verstehen, wenn eine Wolfsbegegnung nicht gemeldet wird.

In den sozialen Medien würden diese Bürger oft beleidigt und beschimpft, berichtete er weiter. Wenn sich etwas ändern soll, dann kann das nur in einem respektvollen Miteinander geschehen.

Kontakt Herrmann Kück: Telefon 04748/1056 oder Mobil 0171/6011429.